Vita – Christina Maria Gass
Die Sopranistin Christina Maria Gass gehört zu jenen Künstlerpersönlichkeiten, bei denen sich musikalische Sensibilität und darstellerische Intensität auf besondere Weise verbinden. Ihren Weg zur Bühne fand sie früh: Bereits als Vierjährige sang sie in den Chören ihres Vaters. Maßgeblich gefördert von Kammersänger Andrzej Saciuk, wurde sie auf ihr Studium an der Folkwang Universität der Künste in Essen vorbereitet, wo sie in der Klasse von Prof. Rachel Robins studierte.
Schon während des Studiums machte sie mit außergewöhnlicher künstlerischer Präsenz auf sich aufmerksam. Zweimal erhielt sie das Exzellenz-Stipendium der Folkwang Universität, wurde von der Richard-Wagner-Stipendienstiftung Bayreuth gefördert und gewann 2013 den Engelbert-Humperdinck-Preis beim Lied-Duo-Wettbewerb Cantando-Parlando. Ihr Studium schloss sie mit dem Master of Voice Performance mit Auszeichnung ab. 2022 wurde sie mit dem Edith-Löwel-Theaternachwuchspreis geehrt.
Gastengagements führten Christina Maria Gass an zahlreiche Bühnen, darunter das Theater Erfurt, das Theater Hagen, das Musiktheater im Revier Gelsenkirchen, das Landestheater Detmold und das Landestheater Niederbayern. Internationale Konzertreisen brachten sie in die USA und nach Kanada; 2018 debütierte sie als Gretel am Teatro Guaíra in Curitiba, einem der größten Theater Südamerikas.
Seit der Spielzeit 2018/19 ist sie festes Ensemblemitglied am Theater Plauen-Zwickau, wo sie sich ein beeindruckend vielseitiges Repertoire erarbeitet hat. Dazu zählen Partien wie Donna Anna (Don Giovanni), Pamina (Die Zauberflöte), Adina (L’elisir d’amore) und Asteria (Tamerlano), ebenso der Sopranpart in Mahlers 4. Sinfonie und Beethovens 9. Sinfonie. Als Rosalinde (Die Fledermaus) und Konstanze (Die Entführung aus dem Serail) begeisterte sie ebenso wie als Gast beim Schwetzinger Mozartfest 2023.
Was Christina Maria Gass besonders auszeichnet, ist die seltene Verbindung aus hochmusikalischer Gestaltung und unmittelbarer Ausdruckskraft. Ihr warmes, leuchtendes Timbre trägt mühelos durch große Bögen, während ihre feine Phrasierung und stilistische Sicherheit jede Partie mit Leben füllen. Zugleich gelingt es ihr, Figuren mit bemerkenswerter Tiefe zu erfassen und ihnen eine glaubhafte, berührende Präsenz zu verleihen. Publikum und Presse würdigen immer wieder gerade diese Doppelbegabung: Die klangliche Raffinesse ihres Singens ebenso wie die emotionale Wahrhaftigkeit ihrer Darstellung.
In der Saison 2024/25 war sie am Theater Plauen-Zwickau als Violetta (La Traviata) und Antonia (Les Contes d’Hoffmann) zu erleben. In der aktuellen Spielzeit steht sie dort unter anderem als Mimì (La Bohème) sowie als Erste Dame (Die Zauberflöte) auf der Bühne – Rollen, in denen sie ihre künstlerische Handschrift eindrucksvoll weiterentwickelt.